Blitz und Donner, heftige Sturmböen brausten über den Nebenplatz des Berliner Olympiastadions, als der Schiedsrichter das Match zwischen Air Berlin und dem FC Landtag NRW abbrach. Er tat das, als gerade das 4:3
für das Team der Fluglinie gefallen war. Das trug ihm den Vorwurf mangelnden Fingerspitzengefühls ein, denn entweder hätte er bei dem leistungsgerechten Unentschieden von 3:3 abpfeifen oder eben noch einige Minuten länger das Spiel laufen lassen müssen. Der FCL hätte mit Sicherheit noch den Ausgleich geschafft, so wie es ihm schon drei Mal vorher gelungen war.
Doch der Reihe nach: Das packende Spiel verdient es. Air Berlin trat mit einer jungen, kampfkräftigen, ehrgeizigen Truppe an. Der FCL hielt mit der Routine, Ausgebufftheit und Zähigkeit des Alters dagegen. Rene Markgraf, Werner Sesterhenn, Jörg Krause und Bernd Heimfarth verrichteten Schwerstarbeit in der Defensive. Norbert Stiens, Rene Halverkamps und Stojan sorgten durch ihre technische und läuferische Stärke für Entlastung und fädelten Mal ums
Mal die Angriffe ein, die die Offensivabteilung aus Günter Langen, Jens Petersen, Willi Nowack und Werner Mayer in Szene setzten.
Air Berlin ging jeweils in Führung. Die jeweiligen Ausgleichstreffer erzielte die Familie Euteneuer. Das 1:1 und
das 2:2 durch Elfmeter. Wolfgang Euteneuer vollstreckte kaltblütig zunächst einen Hand-, dann einen Foulelfer - Jürgen Cosse war in aussichtsreicher Position von den Beinen geholt worden; sein im Fallen ausgestoßener Schmerzensschrei "Hey, Schiri" konnte allerdings auch Stein und Bein erweichen. Das 3:3 war dann David
Euteneuer zu danken, der zunächst die Kugel an die Stange hämmerte und schließlich goldrichtig stand,
um den Abpraller zu verwerten. Dann eben nach dem erneuten Führungstreffer von Air Berlin der Abbruch des
Spiels. Die Entscheidung der FIFA, wie das Spiel zu werten ist, stand bei Redaktionsschluss noch aus.