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Schlüpfriges Geläuf, böige Winde, dämmriges Licht - die Rahmenbedingungen waren alles andere als glänzend.
Trotzdem entwickelte sich nach einer kurzen Periode des Abtastens ein spektakuläres Fußballmatch zwischen dem FC Bundestag
und dem FC Landtag NRW. Es ging im Friedrich-Jahn-Sportpark am Prenzlauer Berg vor allem um Fußball, aber auch um mehr. Wie immer,
wenn die Provinz gegen die Metropole antritt, waren auch Superioritäts- bzw. Inferioritätsgefühle im Spiel und das Bemühen,
diese zu bestätigen oder außer Kraft zu setzen.
Der FCL fand sehr schnell zu seinem Spiel, selten hat man das Team so kompakt, gut gestaffelt und vor allem so diszipliniert gesehen, aber das war gegen die hoch eingeschätzte Mannschaft des Deutschen Bundestags auch absolut notwendig.
Voller Begeisterung registrierten die Fans des FC Landtag, dass der Föderalismus lebt, dass der nordrhein-westfälische Gliedstaat dem Bund mehr als Paroli bot und sich sehr bald von dessen goldenem Zügel befreite - natürlich nur fussballsymbolisch.
Keine Spur von Selbstentmachtung der Länderparlamente, stattdessen ein deutlich vernehmbares Pochen auf die verbliebenen Kompetenzen.
Die Abwehr um Wolfgang Euteneuer stand sehr sicher. Werner Jostmeier, Wolfgang Hüsken, Ralf Jäger, Bernhard Tenhumberg und Dietmar Brockes hatten ein dichtes Defensivnetz geflochten, das kaum ein Durchkommen zuließ. Und wenn dies dem
FC Bundestag doch gelang, dann wurde es eine Beute von Tiger Jupp Sieberts Krallen. Die Mannschaftsteile des FC Landtag griffen beinahe reibungslos ineinander. Das Mittelfeld mit Thomas Mahlberg und Armin Brux, der nach jahrelanger
Verletzungspause ein bemerkenswertes Comeback feierte, zog sich, wenn nötig, elastisch zurück und stieß raubtierartig in die offenen Räume vor. Norbert Stiens war immer anspielbereit und setzte mit seinen klugen Pässen immer wieder
die Spitzen Käpt’n Güla (Günter Langen) und Werner Mayer ein. Forciert wurde das Offensivspiel des FCL noch dadurch, dass sich Wolfgang Euteneuer und Jürgen Cosse in RambaZamba-Manier in die Vorstöße einschalteten.
(Kleiner Exkurs für die jüngeren Leserinnen und Leser: Bei der Europa-Meisterschaft 1972 praktizierten Franz Beckenbauer und Günter Netzer Ramba Zamba. Das deutsche Team, das damals Europameister wurde, gilt auch 30 Jahre später noch als das,
das den besten Fußball spielte.)
Bei Halbzeit führte der FCL 1 – 0. Das Tor hatte Jürgen Cosse erzielt. In wirkliche Gefahr geriet der FCL nur kurz nach dem Seitenwechsel. Da hatte der FC Bundestag eine große Chance zum Ausgleich, und wenn das Ding gesessen hätte,
wäre das Spiel vielleicht doch gekippt. So aber strich das Leder am langen Pfosten vorbei und wenige Minuten später traf der lauffreudige Werner Mayer, der Kosmopolit in den Reihen des FCL, zum vorentscheidenden 2 – 0,
ja mei ... Jürgen Cosse erzielte dann seinen zweiten Treffer, indem er wiederum, die Situation gut erfassend, den Ball an der Bundestagsabwehr platziert in die freie Torecke einschob. Den Schlusspunkt zum etwas zu deutlichen 4 – 0
setzte dann der FCL-Wirbelwind Kalli Klose, der eine fein getimte Ecke von Norbert Stiens per Kopf in die Maschen des Bundestags wuchtete. Die dritte Spielzeit gestaltete sich dann auf Einladung der NRW-Landesvertretung sehr kommunikativ
und nahrhaft in der Kajüte der Bremer Landesvertretung. Herzlichen Dank. Gesprächsthemen waren neben Fußball auch Politik und Entertainment. Güla bewies einmal mehr sein Sanges-, Rezitier- und Regisseurtalent.
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