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Viel vorgenommen hatte
sich der FC Landtag NRW. Er wollte die gute Leistung von Wuppertal bestätigen
und vor allem seine international weitgehend weiße Weste be-halten.
Die Umsetzung des Vorhabens wurde allerdings durch eine ganze Reihe widriger
Umstände äußerst kompliziert: Die strapaziöse Anreise
mitten in der Nacht, der Wein beim Empfang durch den burgenländischen
Landtags-präsidenten Prior, der die Glieder noch müder machte,
keinerlei Ruhepause bis zum Auflaufen, ein holpriger Platz, ein böiger
kalter Wind und dann auch noch der Ausfall von Torhüter Rene Markgraf,
dem eine Wunde aufriss und der blutüberströmt den Platz verlassen
musste. |
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Von diesem Schock erholte sich das sensible Parlamentsteam lange nicht.
Hinzu kam, dass die burgenländische Mannschaft in ihren gelb-roten
Leiberln darauf brannte, den Deitschen eine Klatsche zu verpassen. Den
überfallartigen Attacken war der FCL zunächst nicht gewachsen.
Das Verständnis zwischen der FCL-Abwehr und dem aus dem Burgenland
kooptierten Torhüter klappte nicht so recht, und ehe die Mannen um
Wolfgang Euteneuer das Spiel beruhigen konnten, lagen sie schon im Rückstand.
Bernhard Tenhumberg im defensiven Bereich, Werner Jostmeier und Thomas
Mahlberg als rotierende Mittelfeldachse und der immer torgierige Willi
Nowack in der Sturmspitze bildeten die sonst so gefürchtete Abgeordneten-Raute,
die aber in diesem Match nicht wirklich ihre Wirkung entfalten konnte.
Noch vor der Pause allerdings gelang dem FCL eine sehenswerte Kombination
über Jupp Föhles, der einen Angriff der Burgenländer zerstörte,
sofort umschaltete, Jörg Krause ins Spiel brachte, der zu einem seiner
Sturmläufe ansetzte und Norbert Stiens in die Gasse schickte. Dieser
drang von halbrechts in den gegnerischen Strafraum ein, scheiterte zunächst
am glänzend reagierenden, den Winkel verkürzenden Keeper der
Burgenländer, konnte aber dann doch im Nachsetzen den Ball über
die Torlinie bugsieren und verkürzen.
Mit frischem Mut kam der FCK aus der Kabine. Da ging noch was. Und tatsächlich
hatte die Mannschaft einige dicke Torchancen, aber es war wie verhext,
der Ball wollte nicht ins burgenländische Netz. Es wäre sonst
mit Sicherheit ei-ne rasante Aufholjagd geworden. Dirk Schüttrumpf
hielt es dann nicht mehr am Spielfeldrand, resolut wechselte er sich selbst
ein, vehement zog er seine Kreise und sorgte tatsächlich in den letzten
fünf Minuten für erhebliche Unruhe auf dem grünen Rasen.
Der Erfolg stellte sich aber erst kurz vor Schluss ein, als der FCL seinen
zweiten Treffer erzielte. Werner Mayer, der Burgenländer in den Reihen
des FCL, überlistete durch eine präzise getimte Flanke die gesamte
Burgenländer-Abwehr, Norbert Stiens war zur Stelle und köpfte
den Ball im Flug ins Tor. Zeitweise wurde mit Haken und Ösen gekämpft.
Der sehr engagierte Jürgen Coße, vorne wie hinten zu finden,
musste einige Hiebe einstecken, seine lautstarke Beschwerde beim Schiedsrichter
fruchtete jedoch nichts.
Nach dem Spiel beruhigten sich die Gemüter sehr schnell. Die Burgenländer
kümmerten sich in K+K-Tradition sehr charmant um die Spielerfrauen
des FCL. Die Spieler des FCL kümmerten sich sehr fürsorglich
um den dargebotenen burgenländischen Wein und nach diesem Vorgeschmack
im Sportheim ging es nahezu bruchlos in dieser Weise weiter im Buschenlokal.
Es war ein schönes verlängertes Wochenende mit der Besichtigung
von Wien, mit dem Besuch des Schlosses Esterhazy und des Haydn-Museums,
mit einer Fahrt zum Neusiedlersee und einer Weinprobe im Weindorf Rust.
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