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Quo vadis, FCL?
(Spiel am 29. April 2004; Bericht vom 5. Mai 2004-05)

Einen brillanten Konter schloss Werner Mayer, wiederum im Sturmzentrum des FC Landtag NRW, gekonnt ab - leichtfüßig und mit viel Gefühl in der großen Zehe schlenzte er den Ball an dem sich heraustürzenden Torhüter des Old Star Teams Hilden vorbei in die lange Ecke. Einfach cool. Es war ein wunderschönes Tor, und es war der Ausgleich für die Parlamentsmannschaft auf dem Kunstrasenplatz in Hilden. Der FCL hatte sich Mitte der ersten Halbzeit stabilisiert, nach sehr schwierigem Be-ginn, als es schon so aussah, als ob er böse unter die Räder geraten könnte. Nicht zu leugnenden Anteil daran hatte das magische Viereck aus Bernhard Tenhumberg, Hans Kraft, Dietmar Brockes und Christof Rasche. Mit robuster Vitalität festigten sie die hinteren Reihen, kreativ gestalteten sie das Spiel nach vorne. In der Pause noch guten Mutes zeitigten die Worte des Schirmherren, dass dieses Spiel, da es zuguns-ten von Wachkomapatienten ausgetragen werde, keine Verlierer, sondern nur Ge-winner habe, beim FCL verheerende Wirkungen. Plötzlich war das Team kaum noch präsent. Und nach einem Doppelschlag der Old Stars, die binnen drei Minuten auf 3 - 1 davonzogen, war jegliches Leben, jegliche Widerstandskraft aus den Beinen der FCL-Kicker verschwunden. Sie ließen sich abschlachten wie tags zuvor die deutsche Nationalmannschaft in Rumänien. Das waren zweifellos die falschen Vorbilder. Aller-dings ließ es der FCL nicht bei einem 1 - 5 bewenden, nein, er musste ja noch zwei draufsetzen: 1 - 7.

Das ist die schwerste Krise des FC Landtag NRW in seiner 27jährigen Vereinsge-schichte. Das gab es bisher noch nie, dass das Team um Günter Langen und Wolf-gang Euteneuer 1 - 15 Tore in zwei aufeinander folgenden Spielen kassierte. Die Mannschaft taumelt am Abgrund, und viele stellen sich die bange Frage, ob es dem FCL angesichts dieser deprimierenden Umstände gelingen kann, das nächste Match schadlos zu überstehen. Muss das Team jetzt etwa auch noch Charakter zeigen, Gras fressen, mit breiter Brust auflaufen, die Anweisungen des Trainers voll und ganz umsetzen und ähnliche scheußliche Dinge? Müssen Konsequenzen gezogen werden? Hierzu sah jedenfalls Präsident Günter Langen, in Hilden nicht dabei, aber unmittelbar nach Spielende über das Krisentelefon von Zettel-Jupp über die Katast-rophe informiert, keinerlei Veranlassung. Er sehe zur Zeit keinen Grund, am Stuhl, der sein vollstes Vertrauen habe, des Trainers zu rütteln. Eine Eiche im rauschenden Blätterwald.

 
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